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Rennbericht München Marathon

10. Oktober 2011

Gestern war es dann also soweit: Der erste Marathon meines Lebens und soviel vorab, es war echt ein Wahnsinnserlebnis. Aber eins nach dem anderen:

KM 0 Puh ganz schön kalt hier…Nochmal den letzten „Angstwiss“ am Dixie und ab zum Start.

KM 1 Viel Slalom laufen in den Menschenmassen nach dem Start und dann versuchen den Rhythmus zu finden

KM 5 Ich hab meinen Rhythmus gefunden und mein Tempo pendelt sich so bei 5:35 min/km ein. An der ersten Verpflegungsstation gleich ein Gel mit Wasser, um erst gar nicht in Energiemangel zu kommen.

KM 7 Mich überholt ein Läufer auf Krücken (!)

KM 9 Pinkelpause im Englischen Garten… Das kostet Zeit, zum Glück bleibt es die Letzte.

KM 12 Ich fühl mich sehr gut, erhöhe das Tempo langsam und lauf so um die 5:25 min/km. Ich fang an meinen Mitläufern Namen zu geben: Der Samurai (ein kleiner Asiate mit Stirnband und extrem kurzem Höschen) überholt mich

KM 15 Es geht raus aus dem Englischen Garten und ich fühl mich immer noch gut

KM 18 Smalltalk mit einem ganz in orange gekleideten Läufer aus Bamberg, der auch
seinen ersten Marathon läuft. Bei der Verpflegungsstation verliere ich ihn und etwas Seitenstechen setzt ein.

KM 21 Halbzeit bei knapp über 1:55 h, ich lieg gut in der Zeit, darf mir aber keinen Einbruch erlauben, um unter 4 Stunden zu bleiben

KM 22 Es wird langsam zäher, die Kilometer werden länger und ich frag mich wann der berüchtigte Mann mit dem Hammer wohl kommt….

KM 24 Ich zähl die Kilometer rückwärts bis 29, weil ich weiß, dass da Marieke & Co warten um mich nochmal anzufeuern. Nur noch 5 bis dahin..

KM 26 Ich vermute den Hammermann hinter jeder Ecke, und hab das Gefühl er schleicht sich immer näher an mich heran.. Mein Schnitt liegt jetzt etwa nur noch bei 5:35 min/km

KM 28 Ich red mir ein: Jetzt ist es nimmer weit. Zwei Iren laufen neben mir und ich schnapp nur „two-thirds“ auf. Mist, es ist doch noch weit !

KM 29 Wo ist Marieke??

KM 30 Da ist sie. Schnell lächeln fürs Photo und ich wunder mich, dass ich im Nachhinein noch so frisch aussehe, obwohls mir schon eher schlecht ging.

KM 31 Mittlerweile geht’s in der Münchner Innenstadt am Marienplatz und dem Meisterbalkon vorbei. Ich versuch den Schnitt von nur noch 5:50 zu halten und überhol ein völlig fertiges Marsupilami..

KM 32 Um mich von den immer größer werdenden Schmerzen abzulenken, rechne ich meine Zeit durch. KM32 bei 2:57. Das heißt ein 6er Schnitt auf den letzten 10 reicht für unter 4 Stunden. Das wird hart !

KM 33 Bevor es Richtung Siegestor und Olympiastadion geht, noch eine 4 Kilometer lange Schleife zum Karolinenplatz. Ich bin ziemlich fertig und frag mich wie ich die restlichen 9 Kilometer noch packen soll

KM 34 F**k, F**k, F**k, F**k

KM 35 Der Hammermann hat mich so langsam schleichend erwischt, es ist unheimlich hart aber ich kämpfe und lauf immer noch knapp unter 6:00 min/km. Ich überhol den Samurai, der jetzt ungefähr 10 Jahre älter aussieht als bei Kilometer 12. Das gibt wieder etwas Power.

KM 36 Ich versuch mich mit Gedanken an Löwen und Gazellen zu motivieren, fühl mich aber eher wie ein dickes behäbiges Nilpferd…

KM 37 Durchs Siegestor und vorbei an Samba Bands, die Zuschauer helfen mir wieder zu einem kleinen Hoch.

KM 38 F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !! F**K !!

KM 39 Wieder auf dem Weg Richtung Olympiastadion. Unfassbar wie weit weg 3 Kilometer sein können. Immer mehr Läufer neben mir fangen an zu gehen und das so kurz vor dem Ziel. Ich beiße !

KM 40 Ich nehm mir Zeit an der letzten Verpflegungstation und greif mir was ich erwische. 6:00 min/km kann ich nicht mehr laufen.

KM 41 Das letzte Stimmungsnest. Der Moderator schreit jeden Läufer an: „Nur noch 1200 Meter, wenn ihr das durchlauft seit ihr locker unter 4 Stunden!“ Ich bereite mich langsam aufs Feiern vor, als ich die Zeltdächer des Olympiastadion am Horizont sehe.

KM 42 Ich feier mich selbst schon vor dem Stadion, trotz des schlechten Wetters sind viel Zuschauer schon vor dem Stadion und jubeln. Rein in den abgedunkelten Stadion Tunnel der mit Blitzlichtern erleuchtet wird. Dramatische Szene neben mir: Ein Läufer fährt hoch und bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht stehen. Krämpfe 200 Meter vor dem Ziel.

KM 42.195 Unbeschreibliches Gefühl, Gänsehaut, Pure Erleichterung und Stolz. 3 Stunden 57 Minuten und 34 Sekunden stehen als offizielles Ergebnis auf der Uhr ! Im Ziel Medaille um den Hals und erstmal komplett zerstört. Wo gibt’s das Weizen?

Alles in allem wars echt ein Wahnsinnserlebnis und der letzte Kilometer entschädigt für all die Schmerzen zuvor ! In den nächsten Tagen gibt es noch mehr Fotos vor allem vom Zieleinlauf, also bleibt dran.

Heute ist erstmal Beine hochlegen und entspannen angesagt. Ich war noch nie so fertig. Echt heftig wieviele Muskeln einem abwärts der Hüfte weh tun können…

Danke an alle die mich gestern und zuvor unterstützt haben !


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3 Kommentare leave one →
  1. 10. Oktober 2011 18:33

    bei uns hats am samstag geschneit und geregnet 🙂

  2. Maarten permalink
    11. Oktober 2011 21:14

    Hi Tobi,
    Glückwünsche zu deinem ersten Marathon. Klasse Leistung.
    Grüße von sonnigen Gardasee (23°C)

Trackbacks

  1. Nach der Erkältung ist vor dem Trainingslager | Road to Nizza

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