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Wie kannst Du es nicht machen?

11. März 2012

Diese Woche bin ich dank der Nachwirkungen meines Magen-Darm-Infekts, erst wieder mittwochs mit einem ganz lockeren 45 Minuten Lauf ins Training eingestiegen. Ich ärgere mich immer noch etwas über die verpassten langen Einheiten in der letzten Woche, aberdas lässt sich nicht mehr ändern.
Als kleines Trostpflaster habe ich mir dafür neue Laufschuhe gegönnt. Die Puma Fuujin sind die Nachfolger des Road Racer und ein superleichter Wettkampfschuh für kurze bis mittlere Distanzen. Beim am nächsten Samstag anstehenden 10 k Lauf in Nürnberg werden die Pumas dann Ihre Premiere feiern. Letztes Jahr kam ich dort mit 46:33 ins Ziel und dieses Jahr möchte ich die 10 Kilometer schon unter 45 Minuten laufen. Ich hab aber im Moment keinerlei Anhaltspunkt, wo ich steh, da ich kaum schnelle Einheiten, die ich für so einen 10er bräuchte gemacht habe. Schau mer mal !

Die restliche Woche lief sehr gut. Vor allem heute und gestern kann ich mit 75 km am Rad und nem GA1 Lauf über die Halbmarathon Distanz in 2:02 h zufrieden sein.

Abschließend möchte ich noch eine Beitrag aus der aktuellen Triathlon Training zitieren. Auch mir wird oft die Frage gestellt: „Warum tust Du Dir das alles an?“ Mir gelingt es dann meist nicht, das einem Außenstehenden vernünftig zu erklären, aber der Artikel macht das wie ich finde ganz gut:

„Wie kannst Du es nicht machen?“

„Warum eigentlich Triathlon? Wieso tust Du dir das alles an?“ Diese Fragen höre ich immer wieder und sie sind verständlich – nicht nur, wenn es um den Ironman geht. Wer sich der Herausforderung Triathlon stellt, braucht Disziplin, Mut, Durchhaltevermögen, Leidenschaft, Ausdauer, Leidensfähigkeit und Beständigkeit. Es ist kennzeichnend für den Triathlonsport, sehr lange auf ein Ziel hinzutrainieren. Den Lohn, das Ergebnis, gibt es erst nach Monaten, wenn nicht Jahren. Doch das Warten und beharrliche Dranbleiben wird mir jeden Tag versüßt durch das Gefühl des Fliegens. Beim Schwimmen gleite ich, getragen vom kühlen Nass, fast mühelos dahin, berausche mich auf dem Rad am Fahrtwind und dem unglaublichen Tempoerlebnis inmitten der Natur. Und beim Laufen sorgt das Runners-High für ein Gefühl des Schwebens und der Mühelosigkeit. Ich gerate in einen Zustand ähnlich einer Meditation: Die Gedanken fließen, nur der Moment zählt, Stress und Sorgen haben keinen Platz.

 An der Finishline werden dann Träume wahr. Träume von Menschen, denen es nicht um materielle Dinge geht, sondern darum, selbstgesteckte Ziele zu erreichen. Glück, Stolz, tiefe Zufriedenheit, aber auch Bescheidenheit stellen sich ein. Triathlon ist voller inspirierender, emotionaler Momente – auf der Rennstrecke, aber auch als Zuschauer am Streckenrand oder am Fernsehschirm. Immer wieder sind die Bilder des Finales beim Ironman Hawaii 2010 vor meinem inneren Auge: ein atemberaubendes Kopf-an-Kopf Rennen, in dem sich Chris McCormack und Andreas Raelert einen Schwamm teilen und die Hände reichen. Ein starkes Bild von Fairness und gegenseitigem Respekt! Unglaublich auch die Geschichte von Dick und Rick Hoydt: Vater Dick Hoydt finisht mit seinem behinderten Sohn Rick den Ironman Hawaii: per Schlauchboot, mit einem Spezialrad, auf dem Rick vorne sitzt, und in einem dreirädrigen Wagen, den Dick vor sich herschiebt. Für mich ein Sinnbild für Liebe und Selbstlosigkeit. Ebenso emotional und inspirierend ist die Geschichte von Jon Blais: Im Kampf gegen die Krankheit ALS finisht er den Ironman; wenige Jahre später stirbt er. Wenn sich heute die viermalige Hawaiisiegerin Chrissie Wellington beie ihren Rennen über die Finishline rollt, erinnert sie an den „Blazeman“.

„Warum machst Du Triathlon?“ Meine Antwort darauf ist eigentlich eine Gegenfrage: „Wie kannst Du es nicht machen ?“

Jörg Heger, Triathlon Training 04/2012

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2 Kommentare leave one →
  1. 11. März 2012 21:07

    Toller Artikel, ich drücke Dir weiterhin die Daumen!!!
    VG Patrick

  2. Jörg Heger permalink
    29. April 2013 12:22

    Hallo, ich fühle mich geehrt, dass du meinen Artikel aus Triathlon Training hier einbezogen hast. Schön, wenn er dir gefallen hat. Beste Grüße aus Berlin. Keep on training 🙂

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